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Als ich das erste mal als Kind einen Zeppelin sah,
war ich tief beeindruckt. Als der “Gigant der Lüfte” an mir vorbeischwebte, wußte ich noch nicht, daß es sich hier um ein fliegendes 4-Sterne Hotel handelte, das schon um die ganze
Welt geflogen war. Es war das Luftschiff LZ 127 “Graf Zeppelin”.
Der Zeppelin hatte nicht nur mich, sondern eine ganze Stadt geprägt. Was wäre wohl Friedrichshafen ohne die Weltfirmen Maschinen- und Turbinenunion
(MTU), die Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF), die Zeppelinmetallwerke und nicht zuletzt die Fa. Dornier, die alle aus der Zeppelinindustrie entstanden sind.
Der Zeppelin faszinierte mich so, daß ich mich in den 50-zigern und 60-ziger Jahren mit dem Sammeln von Zeppelinluftpost beschäftigte. Dabei lernte ich
viele Sammler und auch ehemalige Besatzungsmitglieder und Passagiere kennen
In vielen Jahren sind zahlreiche Bücher und Fotobände über die Zeppelinluftschiffahrt publiziert worden, zumeist in jener Zeit, als der Zeppelin selbst noch über Länder und Meere
fuhr. Diese mehr oder weniger umfangreichen Bücher, die zum Teil mehr erlebnisreich den Stolz einer Nation schildern und weniger technisch und dokumentarisch sind, sind längst
vergriffen. Neue Bücher gibt es nur wenige, und auch sie können naturgemäß nur einen allgemeinumfassenden Überblick geben. Für den Aerophilatelisten, den Sammler
luftfahrtgeschichtlicher Belege, den Zeppelininteressenten schlechthin, werden Sie keineswegs alle Unterlagen bieten können, die zum Aufbau einer Sammlung, die
luftfahrtthematische Bearbeitung des philatelistischen Kapitels der Zeppelinpost notwendig sind.
Bei meiner Sammelleidenschaft, empfand ich es immer als sehr schade, daß es sehr wenige
Luftpoststücke gab, deren Stempel einwandfrei waren. Oft sind die Stempel schlecht aufgetragen, verschmiert oder
nur bruchstückhaft abgebildet. Es gibt gerade in der Zeppelinluftschiffahrt sehr viele Postbeförderungsstempel, die
alleine schon als solche kleine Kunstwerke sind. Außerdem hat jeder Stempel seine Besonderheiten und Geschichten zur jeweiligen Postbeförderung.
Irgendwann stellte ich fest, daß auch die Fachkataloge nicht alle Stempel abbildeten oder diese sogar falsch
bezeichneten. Als ich dies erkannte, entschloß ich mich, eine eigene Dokumentation über die gesammte Zeppelinluftpostbeförderung zu erstellen.
Sechs Jahre lang bemühte ich mich, die geschichtliche und auch aerophilatelistische Vergangenheit jener
Epoche, die vielfach als Zeppelinaera bezeichnet wurde, der Nachwelt zu erhalten. Viele Privataufnahmen,
Aufnahmen von Besatzungsmitgliedern während der Fahrten über Länder und Meere, Bilder aus dem Archiv der
LuftschiffbauZeppelin GmbH und dem Zeppelinmuseum Friedrichshafen sowie Bilder aus sonstigen Privatarchiven bereichern die Dokumentation. 456 versch. Bilder wurden in Postkartenform als Reproduktionen in erstklassiger
Qualität hergestellt. Rückseitig auf den Postkarten sind die technischen und geschichtlichen Daten über jedes Luftschiff. Größere Fahrten sind kurz beschrieben.
Sämtliche Fahrten des LZ 127 "Graf Zeppelin", des LZ 129 "Hindenburg" und des LZ
130 "Graf Zeppelin II", bei denen besondere Bordpost-, Bestätigungs, Sonder- oder Leitstempel von einer Postverwaltung oder an Bord des Luftschiffes verwendet
wurden, sind genau chronologisch geordnet und kurz beschrieben. Die für die Postbeförderung von über 20 Postverwaltungen oder an Bord der Luftschiffe
verwendeten Stempel sind, als “Erinnerungstempel" bezeichnet, in Originalgröße und -farbe den Karten aufgestempelt. In jahrelanger Kleinarbeit habe ich über 440
verschiedene Stempel zusammengetragen und nachgezeichnet. In der gesamten Dokumentation sind 650 Stempelabdrücke.
An dieser Stelle möchte ich den vielen Privatpersonen, die mir ihr Bildmaterial zur Verfügung stellten, meinen Dank aussprechen.
Besonder`s hervorheben möchte ich:
Die Zeppelinluftschiffbau GmbH, die mir des öfteren ihr Archiv öffnete,
Den Enkel des Grafen von Zeppelin, Graf Zeppelin von
Brandenstein aus Mittelbiberach,
die Besatzungsmitglieder des LZ 127: Kapitän Albert Samt, Ernst Fischbach und Eugen Bentele.
Werner Rau, Friedrichshafen im März 2001
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